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Alltagsleben im 1. Jh. n. Chr.

Germanischer Hausbau und Wirtschaftsweise

Was zeigt Ars Replika?

Die  germanische Lebenssituation versuchen wir, sofern feste Häuser nicht vorhanden sind, mit unserem Lageraufbau nachzuempfinden: Mittelpunkt des Lagers ist das Feuer mit der Küche und den Tischen und Bänken, Vorratsräume und Schlafkammern schließen sich an. Etwas abseits liegen die „Webstube“ und andere „Werkzelte“, in denen handwerkliche Tätigkeiten demonstriert werden. Insgesamt soll ein Eindruck vermittelt werden von der Vielfalt an Tätigkeiten, die auf solch einem germanischen „Musterhof“ verrichtet wurden. Jedoch, etwas fehlt uns natürlich: das Herz eines jeden Gehöftes - der Stall mit dem Vieh!

 

Germanen, gleich welchem Stamm sie angehörten, ob sie im Mittelgebirge oder an der Küste lebten, waren in erster Linie Bauern, Grundlage ihres Lebens war die Landwirtschaft. Dabei scheint zwar die Viehzucht traditionell, offenbar aufgrund der Umweltbedingungen in ihren nördlichen Heimatgebieten, der Schwerpunkt ihres Wirtschaftens gewesen zu sein, jedoch gewann der Ackerbau in Gegenden mit guten Böden zunehmend an Bedeutung. Dieser agrarischen Lebens- und Wirtschaftsweise waren die Häuser angepasst.

Der Kern eines germanischen Gehöftes, das in der Regel aus mehreren Bauten verschiedener Art bestand, war das große Langhaus. Menschen und Tiere lebten in diesen „Wohnstallhäusern“ gemeinsam unter einem Dach. Zentrum des Lebens der Familie – mehrere Generationen sowie Gesinde und Sklaven gehörten dazu – war der meist in der Westhälfte des Hauses gelegene große Wohnteil mit der zentralen Herdstelle. Hier versammelte man sich zu den Mahlzeiten, hier fand der häusliche Alltag statt, und hier schlief die Familie. An diesen Bereich schlossen sich kleinere Räume oder auch ein Flur quer durch das Haus an, bevor im Ostteil der Stall mit den Viehboxen lag.

Außerhalb des Haupthauses lagen weitere wichtige Gebäude: die auf hohen Pfosten ruhenden Speicher dienten der Lagerung des Saatgutes und anderer Wertgüter und standen für den Fall eines Brandes etwas abseits; in kleinen, in den Boden eingetieften „Grubenhäusern“ wurden handwerkliche Tätigkeiten, meistens Textilherstellung, aber auch Holz-, Knochen- oder Lederverarbeitung, gelegentlich auch Metallbearbeitung betrieben. Diese „Handwerke“ erforderten kein oder nur ein geringes Spezialwissen und das war in der Regel auf den meisten Höfen vorhanden: Für den darüber hinausgehenden Bedarf gab es wandernde Spezialisten (z.B. Goldschmiede), die manchmal vorbeikamen oder vielleicht in der Nachbarschaft wohnten. Auch feuergefährliche Einrichtungen wie Backöfen oder gelegentlich Schmelzöfen zur Eisengewinnung und offene Schmiedehütten konnten im weiteren Umkreis des Langhauses errichtet sein. Umhegt und gegen die Außenwelt – besonders auch in rechtlicher Hinsicht – abgegrenzt, wurde das Gehöft meist durch einen Zaun.

 

Gehöftbild nach Ch. Reichmann, In: Die Franken - Wegbereiter Europas, Mannheim 1996;

 

Bau eines Grubenhauses in Kalkriese durch Ars Replika 1997
(Das Dach des Hauses wurde nicht von Ars Replika, sondern von einem professionellen Dachdecker erstellt)

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© Ars Replika e.V.